IPE: Methode und Ruf
Eltern prüfen IPE, bevor sie buchen. Google schlägt zu „IPE Coaching“ die Wörter Erfahrungen, Kosten und Kritik vor. Diese Seite zeigt, was Eltern dabei finden, wie gut die einzelnen Methoden belegt sind und wie Martina ehrlich darüber sprechen kann.
- Eine Warnung einer Beratungsstelle, Kammer oder Verbraucherzentrale, die IPE beim Namen nennt, wurde nicht gefunden.
- Die Kritik trifft drei Punkte: ein ungeschützter Beruf mit kurzer Ausbildung, Methoden ohne Nachweis der Wirkung und Werbeaussagen, die zu viel versprechen.
- Der kinesiologische Muskeltest gilt als widerlegt, Reflexintegration als kaum belegt. Beides sollte auf Martinas Website nicht vorkommen.
- Gut belegt sind die einfachen Bausteine: Gespräch, Blick auf Stärken, Fantasiereisen, Entspannung. Sie lassen sich beim Namen nennen.
- Keine der geprüften Coach-Websites beantwortet die Frage nach der Wissenschaft ehrlich. Wer es tut, hebt sich ab.
Diese Seite zeigt, welche Fragen Eltern stellen werden. Martina bringt mit, was die Kritiker vermissen: viele Jahre Arbeit mit Kindern im Einzelunterricht. Wer die Fragen kennt, beantwortet sie auf der eigenen Website, bevor Eltern sie woanders stellen.
Quellen und Grenzen
IPE („Integrative Potenzialentfaltung“) ist ein Kurzzeit-Coaching für Kinder und Jugendliche mit meist sechs Sitzungen. Es ist keine eigene, einzeln geprüfte Methode, sondern eine feste Abfolge bekannter Bausteine: Gespräch und Zielklärung, Fantasiereisen, Augenbewegungen nach dem Vorbild von EMDR (bei IPE „iERT“), Klopfübungen (EFT, „TipTap2“), Arbeit an belastenden Gedanken („5-Punkt-Methode“, angelehnt an „The Work“), Aufstellung mit Spielfiguren, NLP-Übungen, Timeline und Mentaltraining; in der Ausbildung kommen Muskeltest und in der längeren Variante Reflexintegration dazu. Der behauptete Wirkweg lautet: Belastende Gefühle („Blockaden“) würden dort gelöst, wo sie entstehen, „im limbischen System“, danach würden Stärken aufgebaut. Für diesen Wirkweg und für IPE als Ganzes habe ich keine unabhängige Studie gefunden. Für einzelne Bausteine ist die Lage sehr unterschiedlich: Gespräch, Entspannung und das Prüfen von Gedanken sind gut begründbar; EMDR ist als Behandlung von Traumafolgen durch Psychotherapeuten anerkannt, nicht als Coaching-Werkzeug; EFT zeigt in Studien Wirkung, aber die Erklärung über Meridiane ist nicht belegt; der Muskeltest ist als Diagnosewerkzeug in kontrollierten Studien durchgefallen. Quellen: https://www.ipe-coaching.de/216/faq , https://www.ipe-coaching.de/215/methoden , https://www.kinderjugendcoach-ausbildung.de/ausbildungsinhalte-1/
Was ist IPE?
- Was IPE ist
- IPE steht für „Integrative Potenzialentfaltung“. Es ist ein Kurzzeit-Coaching für Kinder und Jugendliche, das Daniel Paasch entwickelt hat und das seit 2006 gelehrt wird (eigene Angabe). IPE ist keine einzelne Methode, sondern ein fester Ablauf aus vielen Bausteinen: Gespräch, Fantasiereisen, Augenbewegungen (iERT), Klopfen (EFT und „TipTap2“), Arbeit an Gedanken („5-Punkt-Methode“), Aufstellung mit Figuren, NLP-Übungen, Timeline, Mentaltraining. IPE beschreibt zwei Teile: zuerst „Blockaden lösen“, dann Stärken aufbauen. IPE nennt sich „auf neurowissenschaftlichen Verfahren und psychologischen Erkenntnissen beruhend“; eigene Wirksamkeitsstudien zum Gesamtverfahren habe ich auf den IPE-Seiten nicht gefunden (Stand 27.09.2026).
- Träger
- Anbieter ist ein privates Unternehmen: GNIPE – Gesellschaft für angewandte Neurowissenschaften und Integrative Potenzialentfaltung mbH, Registergericht Amtsgericht München, HRB 283181, Geschäftsführer D. Paasch (Fußzeile ipe-coaching.de, Stand 27.09.2026). Als Anschrift nennt ipe-potenzialentfaltung.de Industriestraße 1, 21397 Vastorf. Die ältere Seite kinderjugendcoach.de nennt noch das IPE – Institut für Potenzialentfaltung mit der Anschrift Dollartstraße 48a, 26802 Moormerland. Es ist keine Hochschule, keine Kammer und keine staatliche Stelle. Die Seite „Vision“ erwähnt einen „wissenschaftlichen Beirat“; Namen der Mitglieder habe ich dort nicht gefunden (nicht verifiziert).
- Ausbildung
- Stand 27.09.2026 laut Anbieter: Variante A = zwei Präsenzblöcke (7 + 5 Tage, zusammen 12 Tage) plus Onlinekurs „ICD 10 - Übersicht“ und ein Test, Abschluss „Zertifizierter Kinder- und Jugendcoach (IPE)“, Preis 4.660 Euro. Variante B = drei Blöcke (7 + 5 + 5 Tage, zusammen 17 Tage), dazu mindestens drei Fallstudien, Supervision, Onlinekurse „Frühkindliche Bindung“ und „ICD 10“, Abschluss zusätzlich „Professional“ und „Potenzialentfaltungscoach“, Preis 6.270 Euro; hier wird auch die „RIT-Reflexintegration“ gelehrt. Das Zertifikat ist ein Zertifikat des Anbieters, kein staatlicher Abschluss; „Coach“ ist in Deutschland kein geschützter Beruf. Die Welt beschrieb 2014 ein kürzeres Format (eine Woche Intensivkurs, zwei Monate Unterlagen lesen, ein langes Wochenende, rund 2.000 Euro); IPE hat diese Darstellung 2017 in einem Blog-Kommentar als nicht korrekt bezeichnet. Die ältere IPE-Seite nennt eine TÜV-Prüfung nach DIN ISO 29990. Diese Norm betraf die Organisation von Bildungsanbietern, nicht die Wirksamkeit der gelehrten Methoden; sie wurde im Dezember 2018 zurückgezogen (Wikipedia als Einstieg). Ob IPE heute nach einer Nachfolgenorm zertifiziert ist, konnte ich nicht prüfen.
- Zahl der Coaches
- Die Angaben von IPE schwanken je nach Seite: „Über 4500 ausgebildete IPE-Coaches bundesweit“ (ipe-coaching.de), „über 4.800 begeisterte Teilnehmer“ und „über 4400 Coaches“ (kinderjugendcoach-ausbildung.de), „über 4700 IPE®-Kinder und Jugendcoaches und über 3000 IPE Practitioner“ (ipe-practitioner.de), „über 7.200 Teilnehmer an den diversen Fachausbildungen und über 25.000 Teilnehmer an der IPE-Practitioner-Ausbildung“ (ipe-potenzialentfaltung.de), „über 2800“ und „über 3300“ (Seite Hauptausbildung), „Über 1650 IPE-Coaches“ (ältere Seite kinderjugendcoach.de). Presse: rund 220 Zertifikate (Welt, April 2013), knapp 600 Coaches in fünf Jahren (Welt, September 2014). Das öffentliche Coachverzeichnis zeigte am 27.09.2026 bei einer Suche ohne Filter 466 Einträge, mit Filter „Deutschland“ 446 Einträge. Das Verzeichnis trägt den Hinweis, es werde gerade „ergänzt und überarbeitet“. Einordnung: „ausgebildet“ heißt nicht „aktiv tätig“; im Verzeichnis steht nur, wer dort als Partner eingetragen ist. Belegt ist also: rund 450 sichtbare Einträge in Deutschland gegenüber behaupteten mehr als 4.500 Ausgebildeten.
Quellen: IPE-Coaching, Startseite (Angabe „über 4500“, Fußzeile mit GNIPE mbH) · IPE-Coaching, Vision (seit 2006, wissenschaftlicher Beirat) · IPE-Coaching, Coachverzeichnis (Suche am 27.09.2026: 466 / 446 Einträge) · IPE-Coaching, Erläuterungen zum Expertenportal (Verhaltenskodex, Antisektenklausel) · IPE-Coaching, Besonderheiten (erweitertes Führungszeugnis, Antisektenerklärung) · kinderjugendcoach-ausbildung.de, Startseite (Teilnehmerzahlen) · kinderjugendcoach-ausbildung.de, Ausbildungsinhalte (Varianten A und B, Methodenliste) · kinderjugendcoach-ausbildung.de, Anmeldung (Preise 4.660 und 6.270 Euro) · ipe-potenzialentfaltung.de, Startseite (Teilnehmerzahlen, Anschrift) · ipe-potenzialentfaltung.de, Daniel Paasch (Selbstdarstellung, Qualifikationen) · ipe-potenzialentfaltung.de, Hauptausbildung (Angaben „über 2800“, „über 3300“) · ipe-practitioner.de (Angabe „über 4700“ und „über 3000“) · kinderjugendcoach.de, ältere IPE-Seite (Angabe „über 1650“, DIN 29990) · Die Welt, 12.09.2014, Inga Michler · Die Welt, 20.04.2013, Anja Sokolow · Wikipedia: ISO 29990 (nur Einstieg)
Was passiert in einer Stunde?
- 0. Vorgespräch. Vor dem ersten Termin sprechen Eltern und Coach miteinander, meist am Telefon und kostenlos. Es geht darum, was los ist und was sich ändern soll. IPE selbst empfiehlt, dass das Kind beim Vorgespräch dabei ist, damit es sich „aus freien Stücken“ entscheiden kann. Quelle
- 1. Kennenlernen und Ziel klären (erster Termin, oft Doppelstunde). Kind und Coach lernen sich kennen. Die Eltern sind am Anfang kurz dabei, danach bleibt das Kind allein beim Coach. Der Coach erklärt in Kindersprache, was Coaching ist. Das Kind sagt selbst, was es stört und was es sich wünscht. Coaches beschreiben, dass ohne ein klares Ja des Kindes kein Coaching stattfindet. Quelle
- 2. Fantasiereise und Lernanker. Das Kind sitzt oder liegt bequem, schließt die Augen und hört eine Geschichte, die der Coach erzählt. Es soll dabei ruhig werden. IPE nennt das „IMAL-Fantasiereise“ und „Alphalearning“. Manche Coaches geben dazu Musik für zu Hause und ein Heft mit, in das das Kind seine Erfolge schreibt. Quelle
- 3. „Blockaden lösen“ mit Augenbewegungen (iERT). Das Kind denkt an eine Sache, die ihm ein schlechtes Gefühl macht, zum Beispiel Mathe. Dabei folgt es mit den Augen dem Finger oder einem Gegenstand des Coachs hin und her. IPE erklärt das so: Im Wachzustand werde die REM-Schlafphase nachgeahmt und die Blockade „im limbischen System“ gelöst, mitunter in wenigen Minuten. Das ist die Erklärung des Anbieters, kein gesicherter Befund. Quelle
- 4. Klopfen und Druckpunkte (EFT, TipTap2, Handflächen-Druckpunkte). Das Kind klopft mit den Fingern leicht auf bestimmte Stellen an Kopf, Oberkörper und Händen, während es an die belastende Situation denkt. Es lernt den Ablauf so, dass es ihn später allein machen kann, zum Beispiel vor einer Klassenarbeit. IPE erklärt die Wirkung mit „Meridianpunkten“ und „blockierte Körperenergien“, die wieder freigesetzt würden. Quelle
- 5. Gedanken prüfen (5-Punkt-Methode, NLP-Sprachübungen). Coach und Kind schauen sich Sätze an wie „ich schaff das eh nie“. Mit Fragen prüft das Kind, ob der Satz stimmt, und findet einen Satz, der ihm mehr hilft, zum Beispiel „ich kann es schaffen, wenn ich es möchte“. Dazu übt es, sich an gute Momente zu erinnern und freundlicher mit sich selbst zu reden. Quelle
- 6. Aufstellung mit Figuren. Das Kind stellt auf einem Tisch Spielfiguren auf, die für Menschen in seiner Klasse, seiner Familie oder seinem Verein stehen, oder für verschiedene Seiten von sich selbst. So kann es die Lage von außen ansehen und ausprobieren, was sich ändern ließe. Quelle
- 7. Stärken und Motivation (Timeline, „Doppelter Future Back Check“, Mentaltraining). Das Kind erinnert sich an Momente, in denen ihm etwas gelungen ist, und stellt sich vor, wie eine gute Zukunft aussieht. In kleinen Rollenspielen geht es in diese Zukunft und schaut zurück. Dazu kommen einfache Übungen für Ruhe und Konzentration. Quelle
- 8. Abschlussgespräch. Nach in der Regel fünf bis acht Stunden sprechen Kind, Eltern und Coach darüber, was erreicht wurde. IPE nennt sechs Sitzungen und 80 bis 120 Euro pro Stunde; die Krankenkasse zahlt in der Regel nicht. Quelle
- Hinweis: Muskeltest und Reflexübungen. In der Ausbildung werden auch „Kinesiologische Tests / O-Ring-Fingertest“ gelehrt: Der Coach drückt gegen den Arm oder versucht, einen Ring aus Daumen und Finger zu öffnen, und deutet die Muskelkraft als Ja oder Nein. In der längeren Ausbildung kommen Bewegungsübungen zur „Reflexintegration“ dazu, die IPE mit ADHS bewirbt. Ob und wann ein Coach das in einer Sitzung einsetzt, steht auf der Elternseite von IPE nicht. Quelle
Wie gut sind die Methoden belegt?
Die Empfehlung in jeder Karte ist eine Einschätzung. „Beschreiben statt nennen“ heißt: sagen, was das Kind in der Stunde tut, und den Fachnamen weglassen. Die rechtliche Lage ist strenger als einzelne Karten: Für die Website gilt die Entscheidung unter Positionierung und Seiten.
Gespräch, Zielklärung, Blick auf Stärken (lösungsorientiertes Arbeiten) teilweise belegt Empfehlung: nennen
Was passiert: Kind und Coach reden darüber, was gerade schwer ist und was sich ändern soll. Das Kind sucht selbst nach Ideen. Der Coach fragt, was schon einmal gut geklappt hat.
Stand der Forschung: Für lösungsorientierte Kurzberatung mit Kindern und Familien fand eine systematische Übersicht (Bond u. a. 2013, 38 Studien) vorsichtige Unterstützung, besonders als frühe Hilfe, wenn die Probleme nicht schwer sind; viele Studien haben methodische Schwächen. Sekten-Info NRW nennt systemisches und personenzentriertes Coaching „seriöse Verfahren“. Die Verbraucherzentrale betont, dass ein gelungenes Coaching stark von der Beziehung zwischen Coach und Klient abhängt. Zu Coaching von Kindern im engeren Sinn gibt es kaum eigene Forschung.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Das ist der Kern von Coaching, für Eltern sofort verständlich und fachlich am besten gestützt. Es sollte auf der Seite an erster Stelle stehen.
Quellen: Bond u. a. 2013: Wirksamkeit lösungsorientierter Kurztherapie bei Kindern und Familien (systematische Übersicht) · Sekten-Info NRW 2013: Coaching für Kinder und Jugendliche · Verbraucherzentrale NRW: Kostenfalle Coaching-Programm
Fantasiereisen und Entspannungsübungen (bei IPE: „IMAL-Fantasiereisen“, „Alphalearning“) teilweise belegt Empfehlung: nennen
Was passiert: Das Kind macht es sich bequem, schließt die Augen und hört einer ruhigen Geschichte zu. Es stellt sich einen Ort vor, an dem es sich sicher und stark fühlt. Dazu kommen einfache Atem- und Ruheübungen.
Stand der Forschung: Vorstellungs- und Entspannungsübungen sind bei Kindern gut untersucht, vor allem in der Medizin: Ein Cochrane-Review (Abbott u. a. 2017) fand bei wiederkehrenden Bauchschmerzen für Hypnotherapie einschließlich geführter Vorstellungsbilder kurzfristig weniger Schmerzen, bei niedriger Studienqualität; unerwünschte Wirkungen wurden nicht berichtet. Das stützt die Übung als Mittel zum Ruhigwerden. Nicht belegt sind die besonderen Versprechen von IPE: ein „Alphazustand“ als idealer Lernzustand, „Synapsentraining“ und die Aussage, manche Kinder lernten „in 30% weniger Zeit bis zu 30% mehr Lerninhalt“. Dafür nennt IPE keine Quelle, und ich habe keine gefunden.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: „Fantasiereise“ und „Entspannungsübung“ kennen Eltern aus Kita und Schule; das Wort schafft Vertrauen. Die Markennamen „IMAL“ und „Alphalearning“ und alle Lernversprechen in Prozent weglassen.
Quellen: Abbott u. a. 2017, Cochrane Review: Psychosoziale Interventionen bei wiederkehrenden Bauchschmerzen im Kindesalter · IPE-Methodenseite (Aussagen zu Alphazustand und 30 Prozent)
iERT – Augenbewegungen nach dem Vorbild von EMDR/EMI kaum belegt Empfehlung: beschreiben statt nennen
Was passiert: Das Kind denkt an etwas, das ihm ein ungutes Gefühl macht, zum Beispiel an die Mathearbeit. Dabei folgt es mit den Augen dem Finger des Coachs, der sich hin und her bewegt. Danach sagt es, wie sich das Gefühl verändert hat.
Stand der Forschung: EMDR selbst ist als Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung durch Psychotherapeuten anerkannt: für Erwachsene seit dem Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie von 2006, als Kassenleistung seit 2015; für Kinder und Jugendliche hat der Beirat die wissenschaftliche Anerkennung am 9. März 2026 beschlossen. Eine große Meta-Analyse (Cuijpers u. a. 2020, 76 Studien) sieht Wirkung bei PTBS, bemängelt aber die Studienqualität und findet für andere Probleme nicht genug Belege, um EMDR zu empfehlen. Ob die Augenbewegungen selbst wirken, ist umstritten; eine Meta-Analyse (Lee und Cuijpers 2013) fand einen mittleren Zusatzeffekt. Für iERT, also die IPE-Variante im Coaching, habe ich keine einzige Studie gefunden. Für das verwandte Wingwave-Coaching gibt es eine kleine Studie mit 53 Schulkindern (Weiland u. a. 2021), die weniger Schulangst berichtet. Die Erklärung von IPE (REM-Phase wird nachgeahmt, Blockade wird im limbischen System gelöst, mitunter in Minuten) ist eine Behauptung des Anbieters, kein gesicherter Befund. Aussagen wie „extrem gut erforscht“ treffen auf EMDR bei Traumafolgen zu, nicht auf iERT.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: „iERT“ sagt Eltern nichts, und der Hinweis auf EMDR klingt nach Traumatherapie. Traumafolgen darf ein Coach nicht behandeln. Ehrlich ist: beschreiben, was das Kind tut, sagen, dass die Übung aus der Traumatherapie abgeleitet ist, dort gut untersucht, im Coaching aber nicht. Keine Aussagen zu Gehirn, REM-Schlaf oder Minuten. Bei Verdacht auf ein belastendes Erlebnis nicht anwenden, sondern weiterverweisen.
Quellen: Bundespsychotherapeutenkammer, 12.03.2026: EMDR bei Kindern und Jugendlichen wissenschaftlich anerkannt · Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie: Gutachten zu EMDR · Cuijpers u. a. 2020: EMDR bei psychischen Problemen, Meta-Analyse · Lee und Cuijpers 2013: Beitrag der Augenbewegungen, Meta-Analyse · Weiland u. a. 2021: Wingwave-Coaching bei Schulkindern · IPE-Methodenseite (Erklärung zu iERT)
EFT (Klopftechnik), bei IPE auch „TipTap2“ und „Handflächen-Druckpunkte“ teilweise belegt Empfehlung: beschreiben statt nennen
Was passiert: Das Kind klopft mit zwei Fingern leicht auf bestimmte Stellen im Gesicht, am Oberkörper und an der Hand. Dabei denkt es an das, was ihm Stress macht, und sagt einen kurzen Satz dazu. Es lernt die Reihenfolge, damit es sie später allein anwenden kann.
Stand der Forschung: Es gibt Studien und Meta-Analysen mit positiven Ergebnissen: Clond 2016 (14 Studien, 658 Personen) fand eine deutliche Abnahme von Angstwerten, merkt aber an, dass Vergleiche mit anerkannten Verfahren wie Verhaltenstherapie fehlen. Eine neuere Übersicht (Stapleton und van Elst 2026) berichtet große Effekte bei Stress, stuft aber die meisten Studien als anfällig für Verzerrung ein; die Erstautorin verdient an EFT. Kritiker (Spielmans u. a. 2020) fanden keinen Beleg, dass das Klopfen auf bestimmte Punkte der wirksame Teil ist. Die Erklärung über „Meridiane“ und „blockierte Körperenergien“ ist wissenschaftlich nicht gestützt. Sekten-Info NRW zählt EFT zu den Verfahren, die „genauso verbreitet wie umstritten“ sind. IPE nennt EFT „wissenschaftlich sehr gut belegt“; das geben die Quellen nicht her. Zu Kindern gibt es wenig Forschung.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Als „Klopfübung zum Beruhigen“ ist das harmlos und für Kinder gut zu merken. Wer „EFT“ sucht, findet schnell die Kritik und die Energie-Erklärung. Deshalb die Übung beschreiben, das Wort EFT höchstens in der FAQ nennen und dort ehrlich einordnen. Die Wörter Meridian, Energie und Blockade vermeiden.
Quellen: Clond 2016: EFT bei Angst, systematische Übersicht mit Meta-Analyse · Spielmans u. a. 2020: Kein Beleg für eine besondere Wirkung der Klopfpunkte · Stapleton und van Elst 2026: EFT bei Stress, Netzwerk-Meta-Analyse · Sekten-Info NRW 2013 · IPE-Ausbildungsinhalte (Aussage „wissenschaftlich sehr gut belegte Wirkungsweise“)
Kinesiologischer Muskeltest / O-Ring-Test widerlegt Empfehlung: weglassen
Was passiert: Das Kind streckt einen Arm aus oder hält Daumen und Zeigefinger als Ring zusammen. Der Coach drückt dagegen oder versucht den Ring zu öffnen und stellt dabei Fragen. Gibt der Muskel nach, wird das als Antwort des Körpers gedeutet.
Stand der Forschung: Als Diagnosewerkzeug ist der Muskeltest in kontrollierten Studien durchgefallen. Haas u. a. 2007: Die wenigen Studien zu den besonderen Verfahren der Angewandten Kinesiologie widerlegen deren Gültigkeit oder können sie nicht stützen. Schwartz u. a. 2014 (doppelblind, 51 Teilnehmer): In 80 von 151 Durchgängen wurde das richtige Fläschchen erkannt (53 Prozent), das entspricht dem Zufall; die Angewandte Kinesiologie habe nicht gezeigt, dass sie ein brauchbares oder verlässliches Diagnosewerkzeug ist. Sekten-Info NRW führt Kinesiologie unter den umstrittenen Verfahren ohne Wirksamkeitsnachweis. Davon zu trennen ist die normale Kraftprüfung in der Orthopädie; die ist etwas anderes.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Der Test tut so, als könne man am Körper ablesen, was mit dem Kind los ist. Das ist eine Art Diagnose, und genau die darf und kann ein Coach nicht stellen. Skeptische Eltern erkennen das sofort. Auch das Kind lernt dabei, dass jemand anderes besser weiß, was es fühlt. Am besten nicht einsetzen und nicht erwähnen. Auf Nachfrage offen sagen, dass er gelehrt wurde und warum sie ihn nicht nutzt.
Quellen: Haas, Cooperstein, Peterson 2007: Muskeltest und Angewandte Kinesiologie, kritische Neubewertung · Schwartz u. a. 2014: Doppelblinde Studie zur Angewandten Kinesiologie als Diagnosewerkzeug · Sekten-Info NRW 2013 · IPE-Ausbildungsinhalte („Kinesiologische Tests / O-Ring-Fingertest = Klare Signale erkennen“)
NLP-Übungen (Sprachmuster, Ankern, bei IPE „Modelling of Excellenz“) kaum belegt Empfehlung: beschreiben statt nennen
Was passiert: Das Kind übt, freundlicher mit sich selbst zu sprechen. Es erinnert sich an einen Moment, in dem ihm etwas gelungen ist, und verbindet das gute Gefühl mit einer kleinen Geste, etwa Daumen und Finger zusammendrücken. Vor der Klassenarbeit macht es die Geste wieder.
Stand der Forschung: Eine systematische Übersicht (Sturt u. a. 2012, 10 Studien) kommt zum Schluss, es gebe wenig Belege, dass NLP gesundheitliche Ergebnisse verbessert; das liege an der geringen Menge und Qualität der Forschung, nicht an einem sicheren Nachweis, dass es nicht wirkt. Sekten-Info NRW: Weder das Ankern noch das gesamte Verfahren seien ausreichend nachgewiesen; einzelne Übungen bei einem seriösen Coach seien aber „sicherlich nicht bedenklich“. Ein Fachartikel des Verbands Freier Psychotherapeuten hält fest, dass es bei NLP rechtlich auf den Einzelfall ankommt.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Das Kürzel NLP hat bei vielen Eltern einen schlechten Ruf („Programmieren“, Manipulation) und führt bei der Suche zu Kritik. Die Übungen selbst sind einfach und lassen sich in normalen Worten erklären.
Quellen: Sturt u. a. 2012: NLP und gesundheitliche Ergebnisse, systematische Übersicht · Sekten-Info NRW 2013 (Abschnitt NLP) · VFP 2022: Das zulässige Betätigungsfeld von Beratern und Coaches
5-Punkt-Methode (Arbeit an Glaubenssätzen, angelehnt an „The Work“ von Byron Katie) teilweise belegt Empfehlung: beschreiben statt nennen
Was passiert: Das Kind nennt einen Satz, der es bremst, etwa „Ich kann das sowieso nicht“. Mit wenigen festen Fragen prüft es, ob der Satz wirklich stimmt und wie es ihm ohne diesen Satz ginge. Am Ende findet es einen eigenen Satz, der besser passt.
Stand der Forschung: Gedanken zu prüfen und zu verändern ist ein Kernstück der kognitiven Verhaltenstherapie, die zu den anerkannten Verfahren gehört. Zu „The Work“ selbst gibt es wenige Studien. Eine Pilotstudie der Universität Mannheim (Krispenz u. a. 2019, 71 Studierende) fand weniger Prüfungsangst und weniger Aufschieben; die Autoren sprechen von vorläufigen Belegen. Sekten-Info NRW führt „The Work“ unter den umstrittenen Verfahren. Zur IPE-Fassung für Kinder habe ich keine Studie gefunden.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Der Inhalt ist gut erklärbar und für Eltern einleuchtend. Der Markenname und der Bezug auf Byron Katie helfen nicht und führen zu Kritik an „The Work“. Besser: „Wir prüfen gemeinsam Gedanken, die dein Kind bremsen.“
Quellen: Krispenz u. a. 2019: Prüfungsangst und Aufschieben, Pilotstudie · Sekten-Info NRW 2013 · IPE-Methodenseite (5-Punkt-Methode)
Systemische Aufstellung mit Spielfiguren unklar Empfehlung: beschreiben statt nennen
Was passiert: Das Kind stellt Spielfiguren auf den Tisch, die für Menschen aus Klasse, Familie oder Verein stehen. Es zeigt, wer wem nah ist und wo es selbst steht. Dann probiert es aus, was sich ändert, wenn eine Figur anders steht.
Stand der Forschung: Systemische Therapie ist ein anerkanntes Psychotherapieverfahren und seit 1. Juli 2024 auch für Kinder und Jugendliche Kassenleistung; das betrifft die Behandlung durch Psychotherapeuten. Zur Familienaufstellung als Gruppenverfahren bei Erwachsenen fand eine systematische Übersicht (Konkolÿ Thege u. a. 2021, 12 Studien) Hinweise auf Wirkung, bewertet Menge und Qualität der Belege aber als gering; bei 5 bis 8 Prozent der Teilnehmer gab es leichte bis mittlere negative Wirkungen. Zur Arbeit mit Figuren im Einzelcoaching von Kindern habe ich keine Wirksamkeitsstudie gefunden. Sekten-Info NRW warnt in eigenen Artikeln vor unseriösen Familienaufstellungen nach Hellinger; das ist ein anderes Format.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Mit Figuren zu arbeiten ist kindgerecht und leicht zu zeigen, gern mit Foto. Das Wort „Aufstellung“ lässt viele an Familienaufstellungen nach Hellinger denken. Besser: „Wir stellen die Situation mit Spielfiguren nach.“ Keine Deutungen über die Familie.
Quellen: Bundespsychotherapeutenkammer 2024: Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen ab 1. Juli Kassenleistung · Konkolÿ Thege u. a. 2021: Familienaufstellung, systematische Übersicht · Sekten-Info NRW 2013 (systemisches Coaching als seriöses Verfahren)
Timeline, „Doppelter Future Back Check“, Mentaltraining unklar Empfehlung: beschreiben statt nennen
Was passiert: Das Kind erinnert sich an Momente, in denen es stark war, und stellt sich vor, wie es sein Ziel erreicht hat. In kleinen Rollenspielen blickt es aus der Zukunft zurück. Dazu übt es, sich vor einer Aufgabe zu sammeln.
Stand der Forschung: Zu diesen IPE-eigenen Formaten habe ich keine Studien gefunden. Sie nutzen Vorstellungskraft und Zielbilder, wie sie auch im Sport-Mentaltraining üblich sind. IPE schreibt, die Techniken seien „erforscht, erprobt und bewährt“, nennt aber keine Quelle. Die Timeline stammt aus dem NLP; dafür gilt die dortige Einschätzung.
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Die Namen sind Eigenmarken und sagen Eltern nichts. Die Übungen selbst sind harmlos und gut erklärbar: „Wir schauen auf das, was schon gut geklappt hat, und malen uns aus, wie es werden soll.“
Quellen: IPE-Methodenseite · IPE-Ausbildungsinhalte · Sturt u. a. 2012 (NLP)
Reflexintegration (bei IPE: „RIT“, nur in der längeren Ausbildung) kaum belegt Empfehlung: weglassen
Was passiert: Das Kind macht über Wochen bestimmte Bewegungsübungen, oft täglich zu Hause. Vorher wird mit Fragebogen und Bewegungstests geprüft, ob frühkindliche Reflexe noch auslösbar sind.
Stand der Forschung: Eine systematische Übersicht (Provazník u. a. 2026, 14 Studien, Kinder ohne Entwicklungsstörung) findet Zusammenhänge zwischen fortbestehenden Reflexen und Rückständen in Motorik und Lernen. Fünf Studien zu Übungsprogrammen zeigen meist Verbesserungen; die Autoren nennen die Belege aber begrenzt und uneinheitlich. Eine große Studie zu ADHS (Melillo u. a. 2020) wurde 2025 zurückgezogen. IPE bewirbt RIT mit „Hilfe bei ADHS“ und „GEGEN ADHS“. Die Verbraucherzentrale NRW stellt klar, dass Diagnose und Therapie von ADHS zu Ärzten und Psychotherapeuten gehören, und hat Coaches wegen solcher Versprechen abgemahnt. Ein Anbieter aus der Lerntherapie nennt RIT ausdrücklich „wissenschaftlich nicht belegt“ (Meinung eines Mitbewerbers). Eine Stellungnahme einer kinderärztlichen Fachgesellschaft zur Reflexintegration habe ich nicht gefunden (nicht verifiziert).
Begründung der Empfehlung: Einschätzung: Tests auf Reflexe wirken wie eine Diagnose, und die Werbung mit ADHS ist rechtlich und fachlich heikel. Für eine neue Praxis, die Vertrauen aufbauen will, überwiegt das Risiko. Falls Martina die Übungen doch anbietet: als Bewegungsübungen beschreiben, ohne Bezug zu ADHS, LRS oder „Neuronale Reife“.
Quellen: Provazník u. a. 2026: Fortbestehende frühkindliche Reflexe, systematische Übersicht · Melillo u. a. 2020, zurückgezogen 2025 · Verbraucherzentrale NRW 2025: Vorsicht vor ADHS-Coachings · Legasthenie Coaching 2023: RIT als nicht belegtes Behandlungskonzept (Blog eines Anbieters) · IPE-Ausbildungsinhalte (Aussagen zu ADHS)
Welche Kritik gibt es?
| Quelle | Aussage | Betrifft | Beleg |
|---|---|---|---|
| Die Welt, Inga Michler: „Krampf ums Kind: Wenn verunsicherte Eltern in Förderwut verfallen“2014-09-12 · Presse | Langer Artikel über Eltern, die ihre Kinder mit Kursen, Therapien und Coaching überfördern. IPE kommt in drei Absätzen vor. Belegte Aussagen im Text: Eine Berliner IPE-Coachin, vorher Mediengestalterin, habe die Ausbildung so durchlaufen: „Eine Woche Intensivkurs, zwei Monate zum Lesen von Unterlagen und noch einmal ein Langes-Wochenend-Seminar“. Ein Einzelcoaching koste in der Regel 105 Euro die Stunde, üblich seien vier bis sechs Stunden. Über den Gründer schreibt die Welt wörtlich: Er „ist Fachwirt für Betriebsmanagement, hat an der Universität Kurse in Psychologie belegt – ohne Abschluss – und Zertifikate für unterschiedliche Coachtechniken gesammelt“; er habe knapp 600 Coaches in fünf Jahren ausgebildet, Kosten rund 2.000 Euro. Wichtig: Der Artikel nennt IPE nicht unseriös. Die Kritik entsteht durch den Zusammenhang. Das Zitat des Bildungsforschers Klaus Hurrelmann („echten Profi oder einem Scharlatan“) bezieht sich allgemein auf Anbieter von Nachhilfe bis Coaching, nicht auf IPE. Hinweis zum Stand: Die eigene Seite des Gründers nennt heute „MSc Angew. Psychologie“; die Aussage der Welt gibt den Stand 2014 wieder. | IPE direkt | im Original gelesen |
| Kommentar unter dem Namen „IPE - Akademie“ („Richtigstellung“) im Ratgeber-News-Blog2017-04-26 · Forum | Antwort auf den Welt-Artikel: Die Journalistin sei zu einem Seminartag eingeladen gewesen, erst mittags gekommen und habe keine fünfzehn Minuten mit dem Gründer gesprochen. Sie habe die Ausbildungszeiten nicht korrekt wiedergegeben. IPE-Coaches arbeiteten nicht mit kranken oder psychisch beeinträchtigten Klienten. Der Kommentar verweist auf eine TÜV-Zertifizierung nach DIN 29990. Einschränkung: Es ist ein Blog-Kommentar; dass er wirklich von IPE stammt, lässt sich nicht prüfen. | IPE direkt | im Original gelesen |
| Die Welt, Anja Sokolow: „Frühe Beratung: Coaches entdecken Kinder als Kunden“ (laut IPE-Medienseite als dpa-Bericht auch in Regionalzeitungen)2013-04-20 · Presse | Ausgewogener Bericht. Daniel Paasch wird zitiert: „Wir wollen Kinder nicht effizienter machen, aber ihnen beibringen, wie sie leichter mit den heutigen Gegebenheiten umgehen“. Er betone, einen Psychotherapeuten oder Nachhilfelehrer nicht ersetzen zu können; das Angebot richte sich nur an gesunde Schüler. Er habe nach eigenen Angaben etwa 220 Zertifikate vergeben. Eine 13-Jährige und ihre Mutter berichten positiv über zwei Stunden zu je 80 Euro. Kritische Stimmen im selben Text: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen und der Buchautor Erik Lindner (siehe eigene Einträge). | IPE direkt | im Original gelesen |
| Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), Stefan Drewes, Sektion Schulpsychologie – zitiert in der Welt2013-04-20 · Presse | Die Qualifikationen und Methoden von Coaches seien oft fragwürdig. Wörtlich: „Kinder und Jugendliche brauchen eher diese etablierten Hilfen als solch ein Angebot mit unklaren Qualifikationen“. Gemeint sind Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Familienberatung und Psychotherapie. Die Aussage richtet sich gegen Kindercoaching allgemein, nicht gegen IPE im Besonderen. Eine eigene Stellungnahme des BDP dazu habe ich nicht gefunden. | Kindercoaching allgemein | aus zweiter Hand |
| Erik Lindner, Autor von „Coachingwahn“ (2011) – zitiert in der Welt2013-04-20 · Presse | Meinung: „Ich bin skeptisch, ob das Etikett Kinder-Coaching irgendetwas taugt“. Problematisch sei, dass sich jeder Coach nennen dürfe. Er räumt ein, ein Kinder-Coach könne auch bringen, was er verspricht; es könne aber auch „nur heiße Luft“ sein. | Kindercoaching allgemein | aus zweiter Hand |
| Sekten-Info NRW e.V., Uta Bange: „Coaching für Kinder und Jugendliche – Sinn und Unsinn eines neuen Trends“2013-03-15 · Beratungsstelle | Nennt keinen Anbieter beim Namen, auch IPE nicht. Kernaussagen: Kinder- und Jugendcoach dürfe sich jeder nennen; es gebe „erstaunlich viele Coachingangebote für Kinder und Jugendliche mit esoterischen Inhalten“. Zu NLP: „Weder die Wirksamkeit dieser Übung noch das gesamte Verfahren konnten bisher ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen werden.“ Einzelne NLP-Übungen bei einem seriösen Coach seien „sicherlich nicht bedenklich“; sich fast nur auf NLP zu stützen, reiche nicht. Als „genauso verbreitet wie umstritten“ und ohne nachgewiesene Wirksamkeit nennt der Text: Edu-Kinestetik, Kinesiologie, The Work, Hypnose, EFT, Potentialtraining, Contextuelles Coaching. Kritikpunkt: Bei vielen dieser Verfahren sei das Kind passiv („Es wird mit ihnen etwas gemacht.“), daraus könne Abhängigkeit entstehen. Positiv: Coaching mache Sinn für Kinder mit „normalen“ Problemen; systemisches und personenzentriertes Coaching gelten als seriöse Verfahren. Grenze: Bei Ängsten, Phobien, Depressionen, Essstörungen, Süchten, Zwängen reiche Coaching nicht aus. | Methode | im Original gelesen |
| Verbraucherzentrale NRW, Pressemitteilung „Vorsicht vor ADHS-Coachings: Unwissenschaftliche Therapien können Schaden anrichten“2025-01-23 · Beratungsstelle | Die Verbraucherzentrale hat mehrere Anbieter abgemahnt, nennt aber keine Namen; IPE wird nicht erwähnt. Kernsätze: Diagnose und Therapie von ADHS gehören in die Hände von Ärztinnen, Ärzten oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Zitat der Juristin Susanne Punsmann: „Coaches dürfen keine ADHS-Diagnose stellen“; jede und jeder dürfe sich Coach nennen, „dann aber keine Heilbehandlung anbieten“. Bedeutung für Martina: Die IPE-Ausbildungsseite wirbt bei der Reflexintegration mit „Hilfe bei ADHS und Konzentration“ und „GEGEN ADHS“. Solche Sätze sollte sie nicht übernehmen. | Kindercoaching allgemein | im Original gelesen |
| Verbraucherzentrale NRW: „Kostenfalle Coaching-Programm: So schützen Sie sich vor unseriösen Anbietern“2026-07-23 · Beratungsstelle | Allgemeine Warnung, vor allem vor Online-Coaching-Programmen. Wörtlich: „Ein Coaching kann niemals tiefergehende psychische Probleme lösen. Hierfür ist allein eine Psychotherapie geeignet.“ Warnzeichen unter anderem: Versprechen schnellen Erfolgs, unklare Inhalte, Zeitdruck, der Coach als Alleskönner, nur gute Bewertungen, und der Vorschlag, selbst Coach zu werden. IPE wird nicht genannt. | Kindercoaching allgemein | im Original gelesen |
| Verbraucherzentrale Niedersachsen, Pressemitteilung „Coaching: Unseriöse Anbieter erkennen“2026-08-21 · Beratungsstelle | Warnt vor teuren Coaching-Verträgen nach kostenlosen Schnupperangeboten. Hellhörig solle man werden, „wenn sich ein Coach als Universalgenie für alle Arten von Problemen präsentiert“. Kein Bezug zu Kindercoaching oder IPE. | Kindercoaching allgemein | im Original gelesen |
| SWR: „So erkennt man ein seriöses Coaching“2026-01-22 · Presse | Allgemeiner Verbraucherbeitrag. Erwähnt, dass teilweise „esoterische Methoden“ eingesetzt werden, etwa „Energiearbeit“. Seriöses Coaching zeichne sich durch fundierte Ausbildung, Zertifizierungen und klare Absprachen zu Zielen, Dauer und Kosten aus. Kein Bezug zu IPE. | Kindercoaching allgemein | im Original gelesen |
| Stiftung Warentest: „Coaching-Lehrgänge: Coachen will gelernt sein“2013-09-27 · Presse | Test von acht berufsbegleitenden Coaching-Lehrgängen (2.140 bis 7.000 Euro). Wörtlich: „Grundsätzlich genügt ein einziger Lehrgang jedoch in keinem Fall, um sich auf die komplexen Aufgaben eines Coachs ausreichend vorzubereiten.“ Es ging um berufliches Coaching. Ob IPE unter den getesteten Anbietern war, ist im frei lesbaren Teil nicht erkennbar; die Ergebnistabelle liegt hinter der Bezahlschranke (nicht verifiziert). Einen Test der Stiftung Warentest zu Kindercoaching habe ich nicht gefunden. | Kindercoaching allgemein | im Original gelesen |
| Ratgeber-News-Blog (privates Blog): „Heilpraktiker- und Coaching-Pfusch an der Psyche von Kindern und Jugendlichen im Trend“2014-09-12 · Forum | Das Blog gibt Auszüge des Welt-Artikels wieder und setzt eine eigene, scharfe Überschrift und Schlagwörter dazu. Das ist Meinung des Blogs, kein eigener Beleg. In den Kommentaren steht Lob von einer Teilnehmerin und scharfe Kritik eines anonymen Nutzers (21.03.2017), der sich auf einen Bekannten beruft, also Hörensagen. Für Eltern sichtbar, weil die Seite bei der Suche nach „IPE“ und „Paasch“ auftaucht. | IPE direkt | im Original gelesen |
| ProvenExpert, Profil „Daniel Paasch“2026-09-27 · Bewertung | Gesamtnote 4,84 von 5 bei 1.433 Bewertungen, davon 121 aus anderen Quellen; Verteilung: 1.196 mal fünf Sterne, 110 mal vier, 4 mal drei, 1 mal zwei. Es bewerten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausbildungen, nicht Eltern gecoachter Kinder. Die Bewertungen sagen etwas über die Zufriedenheit mit dem Seminar, nichts über die Wirkung bei Kindern. | IPE direkt | im Original gelesen |
| nlpportal.org, Trainerbewertungen „Daniel Paasch“2026-09-27 · Bewertung | Durchweg positive Bewertungen von Seminarteilnehmern. Eine Psychologiestudentin schreibt, sie habe anfangs gezweifelt, ob „diese kurze Ausbildung“ reichen könne; die Zweifel seien ihr schnell genommen worden. Auch hier: Bewertungen des Trainers, nicht des Coachings für Kinder. | IPE direkt | im Original gelesen |
| gutefrage.net: „IPE Kindercoach Hat jemand Erfahrung mit dieser Ausbildung?“unbekannt · Forum | Der Thread erscheint bei der Suche nach „IPE Coaching Kritik“ und „IPE Coaching Erfahrungen“ weit oben. Den Inhalt konnte ich nicht öffnen (Seite verweigert den Abruf, keine Archivkopie). Inhalt daher unbekannt. | IPE direkt | nicht verifiziert |
| heilpraktiker-foren.de: „Kinder und Jugendcoach IPE ???“2013-09-26 · Forum | Nur eine Frage, keine sichtbare Antwort: Jemand fragt nach Erfahrungen mit der IPE-Fortbildung, „denn im Netz ist noch nicht viel zu finden“. Kein inhaltlicher Beleg. | IPE direkt | im Original gelesen |
| Psychotherapeutenkammern (Bundes- und Landeskammern)2026-09-27 · Kammer | Eine Stellungnahme einer Psychotherapeutenkammer speziell zu Kindercoaching oder zu IPE habe ich nicht gefunden. Die verlinkte Seite der Kammer Hessen erklärt Eltern, wann Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sinnvoll ist, und nennt typische Störungsbilder (Trennungsangst, Störungen des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsstörungen, Phobien, Depressionen, Essstörungen). Im Welt-Artikel von 2014 warnt ein Vorstandsmitglied der Bundespsychotherapeutenkammer davor, Jungen vorschnell für krank zu erklären; das betrifft nicht Coaching. | Kindercoaching allgemein | nicht verifiziert |
| Psiram, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), weitere Weltanschauungsbeauftragte2026-09-27 · Beratungsstelle | Bei meiner Suche fand sich kein Eintrag und keine Warnung, die IPE oder Daniel Paasch beim Namen nennt. Das ist kein Beweis, dass es keine gibt; die Suche war begrenzt. Es gibt dort allgemeine Texte zu NLP, Kinesiologie und zum „Psychomarkt“. | IPE direkt | nicht verifiziert |
| Legasthenie Coaching (Blog eines Anbieters für Lerntherapie): „Die RIT® Reflexintegration ist ein wissenschaftlich nicht belegtes Behandlungskonzept“2023-10-13 · Forum | Der Text nennt die RIT-Reflexintegration und als Quelle die „Akademie für neuronale Reife – Paasch Institut GmbH“. Aussage: Für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten gebe es „keine wissenschaftliche Studie, die eine positive Wirkung der Reflexintegration belegt“; das Verfahren sei als alternativmedizinisch einzustufen. Das ist die Meinung eines Mitbewerbers aus der Lerntherapie, keine neutrale Stelle. Betrifft nur Coaches, die Reflexintegration anbieten. | Methode | im Original gelesen |
| Eigene Werbeaussagen von IPE im Vergleich zur Studienlage2026-09-27 · Bewertung | Belegt ist, dass IPE so wirbt: EFT habe eine „wissenschaftlich sehr gut belegte Wirkungsweise“; Reflexintegration sei „Hilfe bei ADHS und Konzentration“, „GEGEN ADHS“; Blockaden würden durch iERT „mitunter in wenigen Minuten gelöst“ (diese Aussage steht auf https://www.ipe-coaching.de/215/methoden ); mit den Handflächen-Druckpunkten komme ein Kind „wie auf Knopfdruck aus einer Blockade“. Diese Aussagen gehen über die Studienlage hinaus (siehe Abschnitt Methoden). Das ist der Punkt, an dem allgemeine Warnungen von Verbraucherzentrale und Sekten-Info auf IPE zutreffen können. Die Bewertung ist meine Einschätzung. | IPE direkt | im Original gelesen |
Was finden Eltern bei Google?
| Suchanfrage | Was erscheint |
|---|---|
IPE Coaching Erfahrungen | Die ersten zehn Treffer stammen fast alle von IPE selbst: ipe-teilnehmerstimmen.de, ipe-potenzialentfaltung.de, kinderjugendcoach-ausbildung.de, ipe-practitioner.de, ipe-coaching.de. Dazu ProvenExpert (Platz 3) und ein Thread bei gutefrage.net (Platz 6). Die „Erfahrungen“ sind Stimmen von Ausbildungsteilnehmern, nicht von Eltern. Unabhängige Berichte von Eltern fehlen. Gemessen mit DuckDuckGo, Region Deutschland, am 27.09.2026; Google kann abweichen. |
IPE Kindercoaching Kritik | Platz 1 ist eine IPE-Seite („9 häufige Fehler im Kindercoaching. Lieber gleich IPE-Coaching“), danach weitere IPE-Seiten und ProvenExpert. Unabhängig sind nur gutefrage.net (Platz 4) und heilpraktiker-foren.de (Platz 5, eine Frage ohne Antwort). Wer nach Kritik sucht, findet also vor allem Eigenwerbung. Der Welt-Artikel von 2014 erschien hier nicht unter den ersten zehn. |
IPE Coaching Kritik (so schlägt Google es vor) | Google ergänzt „ipe coaching“ als Erstes zu „ipe coaching kritik“, danach „kosten“, „erfahrungen“, „rezensionen“. Bei „daniel paasch“ steht „daniel paasch kritik“ ebenfalls an erster Stelle. Eltern suchen also aktiv nach Kritik. Treffer: gutefrage.net auf Platz 1, ProvenExpert, IPE-Seiten, heilpraktiker-foren.de, nlpportal.org. Bei „Daniel Paasch Kritik“ erscheint auf Platz 5 der Welt-Artikel von 2013 („Coaches entdecken Kinder als Kunden“). |
IPE Coaching seriös | Nur IPE-Seiten, ProvenExpert und die Seite einer einzelnen IPE-Coachin. Keine neutrale Quelle unter den ersten zehn. IPE greift die Frage selbst auf: Auf der Startseite steht „Seien Sie kritisch – wir sind es auch“ und „Ist das seriös?“. Die Antwort dort nennt aber keine Studien, sondern verweist allgemein auf Mentaltraining im Leistungssport. |
Kindercoaching seriös | Es dominieren Anbieter und Ausbildungsinstitute (starkfuerkinder.de, karliesclub.de, einzelne Coaches, akademie-gkj.de). Neutral ist nur die Verbraucherzentrale („Kostenfalle Coaching-Programm“, Platz 8). ProvenExpert-Profil von Daniel Paasch auf Platz 9. Eine neutrale Checkliste speziell für Kindercoaching taucht nicht auf. |
Kindercoaching unseriös erkennen | Hier dominieren Verbraucherzentralen (Niedersachsen, Hamburg, Bundesseite), Anwaltskanzleien und der SWR. Die Texte handeln fast nur von teuren Online-Coaching-Programmen für Erwachsene, nicht von Coaching für Kinder. Der Artikel von Sekten-Info NRW, der als einziger Kriterien für Kindercoaching nennt, erschien nicht unter den ersten zehn. |
Woran erkennen Eltern eine seriöse Coachin?
| Kriterium | Was das für Martinas Website heißt | Quelle |
|---|---|---|
| Beruflicher Hintergrund: Studium der Psychologie, Pädagogik, Sozialpädagogik oder Lehramt und Berufserfahrung mit Kindern und Jugendlichen | Hängt von Martinas Vorberuf ab. Auf der Seite offen sagen, was sie gelernt hat und wie lange sie mit Kindern arbeitet. Nichts andeuten, was nicht da ist. | Quelle |
| Fundierte Ausbildung, eventuell Zertifikat eines anerkannten Verbands | Das IPE-Zertifikat ist ein Zertifikat des Anbieters, kein staatlicher Abschluss und kein Verbandszertifikat. Dauer und Inhalt (12 oder 17 Tage) ehrlich nennen. | Quelle |
| Spezialisiert auf bestimmte Themen; misstrauen sollte man „omnipotenten Alleskönnern“ | Wenige Themen nennen, zum Beispiel Prüfungsangst, Schulunlust, wenig Selbstvertrauen. Keine lange Liste von ADHS bis Mobbing. | Quelle |
| Arbeitsweise und Methoden werden offen erklärt, Ziele vorab geklärt | Genau das soll die neue Seite leisten: Ablauf Schritt für Schritt, in einfachen Worten. | Quelle |
| Kostenloses Vorgespräch, genug Bedenkzeit, mehrere Angebote vergleichen ist normal | IPE empfiehlt selbst ein kostenfreies Vorgespräch mit Kind. Auf der Seite zusagen und dazu schreiben: keine Entscheidung am selben Tag nötig. | Quelle |
| Zeitlich begrenzt: fünf bis zehn Sitzungen sind üblich; Coaching macht unabhängig, nicht abhängig | Das IPE-Format sieht rund sechs Sitzungen vor. Zusätzlich sagen: Das Kind lernt Übungen, die es allein machen kann. | Quelle |
| Schriftlicher Vertrag mit Ziel, Methode, Dauer, Preis; Zahlung nach einzelnen Sitzungen; Ausstieg möglich | Preis pro Stunde und übliche Stundenzahl auf die Seite schreiben. Keine Pakete mit Vorkasse. Klar sagen: Aufhören geht jederzeit. | Quelle |
| Grenzen kennen: bei Anzeichen für eine psychische Erkrankung an Ärztin, Arzt oder Psychotherapie verweisen | Konkret benennen, wann sie weiterverweist (siehe FAQ-Vorschläge). Das IPE-Curriculum enthält einen Onlinekurs zur Abgrenzung (ICD-10-Überblick). | Quelle |
| Keine Diagnosen, keine Heilversprechen, keine Behandlung von Krankheiten wie ADHS | Wörter wie „heilen“, „Therapie“, „Trauma lösen“, „gegen ADHS“ nicht verwenden. Rechtlicher Hintergrund: Heilpraktikergesetz, siehe Fachartikel des VFP. | Quelle |
| Wissenschaftlichkeit der Konzepte durch Veröffentlichungen oder Wirksamkeitsstudien belegbar | Für IPE als Gesamtverfahren habe ich keine unabhängige Studie gefunden. Das offen sagen ist besser, als „wissenschaftlich fundiert“ zu behaupten. | Quelle |
| Offener Umgang mit kritischen Fragen | Eine ehrliche FAQ-Seite erfüllt das sichtbar. | Quelle |
| Verschwiegenheit ist geregelt; klar ist, was notiert wird und wer es sieht | Für Coaches gibt es keine gesetzliche Schweigepflicht. Martina sollte sie im Vertrag zusagen und erklären, was sie den Eltern erzählt und was nicht. | Quelle |
| Das Kind darf Übungen oder Sitzungen ablehnen, auch ohne Grund | Freiwilligkeit steht bei IPE und bei vielen IPE-Coaches im Text. Deutlich auf die Seite schreiben. | Quelle |
| Das Kind ist aktiv und lernt, Probleme selbst zu lösen; es wird nicht nur etwas mit ihm gemacht | Bei Augenbewegungen, Klopfen und Muskeltest ist das Kind eher passiv. Auf der Seite die aktiven Teile nach vorn stellen: Gespräch, Gedanken prüfen, Übungen für zu Hause. | Quelle |
| Bewertungen sind glaubwürdig; nur gute Bewertungen machen misstrauisch | Als Anfängerin hat Martina noch keine. Keine Stimmen aus der IPE-Werbung übernehmen. Später echte Rückmeldungen mit Einwilligung zeigen. | Quelle |
| Schutz des Kindes: erweitertes Führungszeugnis, Abgrenzung von Sekten | Laut IPE müssen IPE-Partner ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und eine Antisektenerklärung unterschreiben. Den Wortlaut des Kodex zeigt IPE nicht öffentlich. Wenn Martina Partnerin ist, kann sie das Führungszeugnis nennen. | Quelle |
Wie machen es andere gut?
„Ich vertrete die Ansicht, dass Kinder und Jugendliche, die entsprechende psychische Auffälligkeiten aufweisen, in die Hände von Experten gehören. Ich bin zwar Sozialpädagogin, habe aber keinen Abschluss in Psychologie und bin auch keine Therapeutin. […] Wenn im Coaching die Vermutung aufkommen sollte, dass entsprechende Auffälligkeiten vorliegen und ein Coaching nicht mehr ausreicht, suche ich – in Absprache mit den Eltern – Kontakt zu einem Kinder- und Jugendpsychologen, um das weitere Vorgehen zu klären.“
„Die Inanspruchnahme des Coachings ersetzt keinesfalls den Besuch/die Behandlung bei Arzt und/oder Heilpraktiker. Es werden keine Diagnosen gestellt, keine Heilungs-Versprechen gegeben, keine Medikamente verabreicht, primär keine Leiden mit medizinischer Erfordernis behandelt.“
„Zu beachten: Ich biete keine (psycho-)therapeutische Dienstleistung an und kann keine Diagnosen stellen. […] Wenn eine diagnostizierte Erkrankung nach ICD-10 vorliegt, ist ein IPE Coaching leider nicht möglich. […] Bitte berücksichtige, dass das Coaching nicht als verlängerter Arm der Eltern dient, sondern ausschließlich im Sinne des Kindes ist.“
„Um eines vorwegzunehmen: Wir therapieren keine psychischen Erkrankungen. Ein psychisch krankes Kind gehört in die Hände eines Therapeuten bzw. Spezialisten, der die Psychotherapie tagtäglich praktiziert. […] Prinzipiell gilt der Grundsatz: Alles kann – nichts muss! Wir wenden keine Methode an, die Ihr Kind nicht möchte. Alles wird immer erklärt und erst eingesetzt, wenn Ihr Kind sein Einverständnis gibt.“
„Wenn Kinder also etwa unter Depressionen oder Angststörungen leiden, empfehlen wir die Konsultation von psychotherapeutischem Fachpersonal. Da das Vorliegen derartiger Krankheitsbilder nicht immer klar ersichtlich ist, kann sich die Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung auch erst im Laufe des Coachings herausstellen. […] Es ist mir persönlich jedoch wichtig, dass nicht nur ich, sondern auch die beteiligten Therapeuten darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass ein Coaching zeitgleich erfolgt.“
„Bitte beachten Sie, dass das Kinder- und Jugendcoaching eine Dienstleistung außerhalb der Heilkunde ist und sich an körperlich und seelisch gesunde Kinder richtet. Es ersetzt deshalb keinen Arztbesuch. […] Zudem ist das Coaching keine Psychotherapie, weshalb auch keine (psychotherapeutischen) Diagnosen gestellt werden.“
„Es werden keine Diagnosen gestellt, keine Heilversprechen gegeben, keine Medikamente verabreicht oder empfohlen, primär keine Leiden mit medizinischem Erfordernis behandelt. […] Bei vorliegenden Diagnosen ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich.“
„Kritikpunkt: Woher weiß ich, dass Reflexintegration für mich und mein Kind geeignet ist, obwohl es so wenige wissenschaftliche Studien dazu gibt? Werfe ich mein Geld hier nicht zum Fenster raus, weil die Methode nicht nachweislich erprobt ist?“
Ehrliche Antworten auf kritische Fragen
Entwürfe in Martinas Stimme. Vor der Veröffentlichung gegen die Wortliste prüfen.
Ist das wissenschaftlich belegt?
Zum Teil. Ich arbeite nach dem IPE-Konzept. Für das Konzept als Ganzes gibt es keine unabhängige Studie. Für einzelne Teile sieht es unterschiedlich aus: Gespräche, Entspannungsübungen und das Prüfen von belastenden Gedanken sind gut untersucht. Die Übung mit den Augenbewegungen kommt aus der Traumatherapie und ist dort anerkannt; im Coaching ist sie kaum erforscht. Zu den Klopfübungen gibt es Studien mit guten Ergebnissen, aber Fachleute streiten, warum sie wirken. Ich verspreche deshalb keine Wirkung. Wir vereinbaren ein Ziel, und nach drei Stunden schauen wir gemeinsam, ob sich etwas bewegt. Wenn nicht, hören wir auf.
Was passiert in einer Stunde genau?
Wir reden, und wir üben. Ihr Kind erzählt, was gerade schwer ist und was es sich wünscht. Dann probieren wir Übungen aus: eine Fantasiereise zum Ruhigwerden, eine Klopfübung gegen Aufregung, eine Übung, bei der Ihr Kind mit den Augen meinem Finger folgt, oder wir stellen eine Situation mit Spielfiguren nach. Ich erkläre jede Übung vorher. Ihr Kind entscheidet, ob es sie machen möchte. Am Ende nimmt es eine Übung mit nach Hause.
Ist Coaching eine Therapie?
Nein. Ich bin Coach, keine Ärztin und keine Psychotherapeutin. Ich stelle keine Diagnosen und behandle keine Krankheiten. Coaching ist für gesunde Kinder gedacht, die gerade an einer Stelle feststecken, zum Beispiel vor Klassenarbeiten oder beim Wechsel auf eine neue Schule.
Wann schicken Sie uns zu einer Ärztin oder einem Therapeuten?
Wenn ich den Eindruck habe, dass mehr dahintersteckt als eine schwierige Phase. Zum Beispiel: Ihr Kind ist seit Wochen traurig oder zieht sich zurück, hat starke Ängste, isst kaum, schläft schlecht, verletzt sich, geht gar nicht mehr zur Schule oder hat etwas Schlimmes erlebt. Auch bei Verdacht auf ADHS oder eine Lese-Rechtschreib-Störung bin ich nicht die Richtige. Dann sage ich Ihnen das offen und nenne Ihnen Anlaufstellen: die Kinderarztpraxis, eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder eine Erziehungsberatungsstelle. Das kann auch mitten im Coaching passieren.
Mein Kind hat eine Diagnose oder ist in Behandlung. Geht Coaching trotzdem?
Bitte sagen Sie es mir im Vorgespräch. Coaching ersetzt keine Behandlung. Wenn Ihr Kind in Therapie ist, sprechen Sie bitte zuerst mit der Therapeutin oder dem Arzt. Nur wenn von dort nichts dagegen spricht, kann Coaching zusätzlich sinnvoll sein.
Was ist IPE, und was ist Ihre Ausbildung wert?
IPE ist ein Coaching-Konzept eines privaten Ausbildungsinstituts. Meine Ausbildung dort umfasste [12 oder 17] Präsenztage, Selbststudium und eine Prüfung. Das Zertifikat ist kein staatlicher Abschluss; „Coach“ ist in Deutschland kein geschützter Beruf. Wichtiger als das Zertifikat ist, wie ich arbeite. Deshalb erkläre ich hier alles so genau und biete ein kostenloses Vorgespräch an. [Hier ergänzen: Vorberuf und Erfahrung mit Kindern.]
Wie viele Stunden braucht es, und was kostet das?
Meist fünf bis sechs Stunden, manchmal weniger. Eine Stunde kostet [Betrag] Euro. Sie zahlen jede Stunde einzeln, es gibt kein Paket mit Vorkasse. Sie können jederzeit aufhören. Die Krankenkasse zahlt Coaching in der Regel nicht.
Muss mein Kind mitmachen wollen?
Ja. Ohne ein eigenes Ja Ihres Kindes fange ich nicht an. Es darf auch jede einzelne Übung ablehnen, ohne Grund. Coaching ist nicht dazu da, ein Kind so zu machen, wie Erwachsene es gern hätten.
Erfahre ich, was mein Kind erzählt?
Was Ihr Kind mir erzählt, bleibt zwischen uns. Das braucht es, um offen zu sein. Sie bekommen von mir eine Rückmeldung, wie es läuft, abgesprochen mit Ihrem Kind. Eine Ausnahme mache ich immer: Wenn ich mir Sorgen um die Sicherheit Ihres Kindes mache, spreche ich Sie an.
Arbeiten Sie mit Muskeltest, Energie oder Meridianen?
Nein. In meiner Ausbildung kam der kinesiologische Muskeltest vor. Ich nutze ihn nicht, weil Studien gezeigt haben, dass er keine verlässlichen Antworten liefert. Bei den Klopfübungen erkläre ich nichts mit Energie oder Meridianen. Ich nutze sie als einfache Übung, mit der Ihr Kind sich selbst beruhigen kann.
Hat IPE etwas mit einer Sekte oder mit Esoterik zu tun?
Nein. IPE ist ein Ausbildungsinstitut, keine Glaubensgemeinschaft. Wer als IPE-Partner arbeitet, legt nach Angaben des Instituts ein erweitertes Führungszeugnis vor und unterschreibt eine Erklärung gegen Sekten. Einige Übungen aus der Ausbildung werden von Kritikern als esoterisch eingestuft. Ich sage Ihnen bei jeder Übung offen, was sie ist und was man darüber weiß. [Nur verwenden, wenn Martina IPE-Partnerin ist und das Führungszeugnis vorliegt.]
Fazit
Belegt ist: IPE ist ein privat angebotenes Kurzzeit-Coaching mit vielen Bausteinen. Eine Warnung einer Beratungsstelle, Kammer oder Verbraucherzentrale, die IPE oder Daniel Paasch beim Namen nennt, habe ich nicht gefunden. Die einzige kritische Presse zu IPE selbst ist der Welt-Artikel vom 12.09.2014; er kritisiert vor allem die kurze Ausbildung und den Werdegang des Gründers und nennt IPE nicht unseriös. Die allgemeine Kritik an Kindercoaching trifft IPE aber an drei Stellen: ungeschützter Beruf und kurze Ausbildung, Methoden ohne Wirksamkeitsnachweis (Muskeltest, Meridian-Erklärung bei EFT, NLP) und Werbeaussagen, die über das hinausgehen, was ein Coach versprechen darf („gegen ADHS“, „wissenschaftlich sehr gut belegt“, Blockaden „in Minuten“). Eltern, die suchen, finden fast nur Eigenwerbung von IPE und Bewertungen von Ausbildungsteilnehmern; Google schlägt „ipe coaching kritik“ von selbst vor. Das ist Martinas Chance. Meine Einschätzung: Sie gewinnt Vertrauen, wenn sie den Ablauf in einfachen Worten beschreibt, die Markennamen weglässt, auf Muskeltest und Reflexintegration verzichtet, keine Aussagen über Gehirn, Energie oder Krankheiten macht, Preis und Stundenzahl offen nennt und klar sagt, wann sie an Kinderarzt oder Psychotherapie verweist. Keine der geprüften Seiten von Kindercoaches beantwortet die Frage nach der Wissenschaft ehrlich; eine ehrliche Antwort wäre ein echtes Unterscheidungsmerkmal, auch gegenüber der IPE-Mitbewerberin in Düsseldorf. Nicht prüfen konnte ich: den Wortlaut des IPE-Verhaltenskodex, die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats, den gutefrage-Thread, die Ergebnistabelle der Stiftung Warentest, die Google-Trefferlisten selbst (gemessen wurde mit DuckDuckGo) und Martinas eigene Qualifikation.